Wenn es nicht bei einer Erkältung bleibt

VonJulia Emge

Wenn es nicht bei einer Erkältung bleibt

Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis – zwei Volkskrankheiten der Deutschen 

Beginnender Schnupfen und leichter Husten sind in den Wintermonaten beinahe schon Normalität und meist kein Grund zur Besorgnis. Fast immer verschwinden die Erkältungssymptome nach einigen Tagen von selbst wieder. Doch wenn die Viren, und damit auch die Infektion sich ausbreiten, kann es schnell zu einer längeren Erkrankung der Atemwege kommen. Etwa jeder siebte Deutsche leidet einmal im Jahr an einer Nasennebenhöhlenentzündung und auch Bronchitis gehört zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch.

Zu beiden Krankheiten kommt es meist in Verbindung mit einer Erkältung. Die Nasennebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die ein Sekret absondert, um so das Höhlensystem sauber zu halten. Genau dieses Sekret wird bei einer Entzündung zum Problem. Schon bei einem leichten Schnupfen wird der Abfluss des Sekretes aufgrund der angeschwollenen Nasenschleimhaut behindert. Wenn die Viren dann auch auf die weiteren Schleimhäute übergreifen, ist der Weg so stark verstopft, dass sich das Sekret staut. So entsteht ein idealer Nährboden für Bakterien und es kommt zur Nasennebenhöhlenentzündung (=Sinusitis).

Starke Kopfschmerzen 

Bei dieser Entzündung, die außer durch Viren auch durch Allergien oder eine schiefe Nasenscheidewand ausgelöst werden kann, kommt es zu Wangen- und Kopfschmerzen. Anfängliche Symptome sind außerdem Schnupfen, erschwertes Atmen, leichter Husten und Schwächegefühl.

Zur Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung bieten sich schleimhautabschwellende Nasentropfen an, die allerdings nur maximal eine Woche verwendet werden sollten, da es ansonsten zu Rückbildung der Schleimhäute kommt. Besser geeignet sind Nasenduschen und Dampfbäder. Zusätzlich kann man schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente einnehmen und viel trinken.

Verlagerung auf die unteren Atemwege

Viren sind auch häufig Auslöser einer Bronchitis. In den Bronchien wird normalerweise Atemluft erwärmt und gereinigt. Die Bronchialschleimhaut ist mit Flimmerhärchen und einem schleimhaltigen Film ausgestattet. Daran bleiben Schmutzpartikel hängen und werden abtransportiert. Diese Selbstreinigung nennt man mukoziläre Clearance. Bei Befall der Schleimhaut mit Krankheitserregern wird die Reinigung gestört, die Schleimhäute schwellen an und es kommt zu verstärkter Schleimproduktion. Auf diese Reizung reagiert der Körper mit Husten. Hustenhemmer sollten daher nur nachts angewendet werden, um einen ungestörten Schlaf zu ermöglichen, denn Schleim, der die Bronchien verstopft, sollte möglichst abgehustet werden.

Schmerzender Husten und Fieber

Anfängliche Symptome einer Bronchitis sind denen der Sinusitis mit z. B. Schnupfen sehr ähnlich. Man erkennt die Krankheit meist nach zwei bis drei Tagen, etwa dann beginnt der Husten zu schmerzen und wird von einem weißlichen, bei einer bakteriellen Infektion auch grünlichen Auswurf (=Sputum) begleitet. Außerdem kann es zu Fieber kommen.

Vorbeugen kann man der Krankheit mit den gleichen Mitteln wie einer Erkältung, besonders indem man seine Abwehrkräfte stärkt. Bronchitis erleiden häufig Raucher, deswegen sollte man insbesondere bei Erkältungssymptomen eher auf Tabakgenuss verzichten. Zur Therapie können auch hier schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden. Antibiotika sind nur bei bakteriellen Infekten sinnvoll, gegen Viruserkrankungen haben sie keinerlei Wirkung.

von Wolfgund Hausvogt

aus ORTHOpress 1/2011

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Julia Emge administrator