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VonRedaktion

Rapid Recovery

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Bestmögliche Ergebnisse nach wenig traumatisierender Operation 

Vorbei die Zeiten, in denen man nach einer Hüftgelenks-OP erst langsam wieder laufen lernen musste. Heute stehen die Patienten bereits kurz nach dem Eingriff auf und können häufig noch am selben Tag voll belasten, denn Schmerzen haben sie auch ohne starke Medikamente praktisch nicht. Verantwortlich dafür ist eine ausgeklügelte Kombination aus muskelschonender OP und den Prinzipien des Rapid Recovery Programms, wie Dr. Manfred Krieger von der Chirurgie Rhein-Main in Wiesbaden erläutert.

Herr Dr. Krieger, man liest oft von sogenannten „minimalinvasiven“ Operationen. Sie bezeichnen Ihre Operationsmethode als „muskelschonend“. Gibt es einen Unterschied?

Dr. Krieger: Eigentlich sollten beide Begriffe dasselbe aussagen. In der Vergangenheit war es jedoch manchmal so, dass bei als „minimalinvasiv“ beschriebenen Techniken das kosmetische Endergebnis im Vordergrund stand, im Falle einer Hüftgelenks-OP bedeutet das: eine möglichst kleine Narbe. Die Kosmetik ist bei der von uns angewandten Technik ebenfalls hervorragend, aber es steht darüber hinaus die Funktionalität im Vordergrund.

Fast alle Endoprothesenmodelle können heute auf muskelschonende Art eingesetzt werden (hier: Collomis-Kurzschaftprothese)

Was bedeutet das? Gibt es denn Unterschiede in der Funktion nach dem Einsatz eines neuen Hüftgelenks?

Dr. Krieger: Bei einer herkömmlichen Hüftoperation werden oft große Anteile der Hüft- und Gesäßmuskulatur abgelöst oder durchtrennt, um die Prothese unter Sicht gut einbringen zu können. Leider ist der Preis dafür sehr hoch, denn nach der Operation verfügt der Patient oft nur noch über einen Bruchteil der Muskelkraft, die er eigentlich bräuchte. Oft dauert es Monate, bis die Heilung der verletzten Muskulatur abgeschlossen ist, und in einigen Fällen bleiben auch dann noch Schäden bestehen. Nicht wenige Patienten klagten früher über ein anhaltend gestörtes Gangbild, das aufgrund der Glutealmuskelschwäche auftretende „Trendelenburg-Hinken“. Wenn Sie diesen Begriff im Internet in eine Suchmaschine eingeben, bekommen Sie Tausende von Fundstellen angezeigt. Bei unserer muskelschonenden OP-Technik dagegen ist ein solches Risiko minimiert.

Aber wie schaffen Sie es, die Muskeln so zu schonen?

Dr. Krieger: Wir operieren bei unserer Technik durch natürliche Öffnungen der Muskelbündel hindurch. Diese „Muskellogen“ bieten genug Platz, um mit neuesten OP-Werkzeugen die Prothesen sicher einbringen zu können. Wir verletzen die Muskeln also nicht, sondern erhalten sie, um für das spätere Leben mit dem Kunstgelenk optimale Bedingungen zu schaffen. Gleichzeitig benötigen wir für die OP nur einen vergleichsweise kleinen Hautschnitt. Für den Patienten bedeutet das: weniger Blutverlust, weniger Schmerzen und vor allem schnellere Genesung. Die Patienten können üblicherweise nicht nur am Tag der Operation mobilisiert werden, sondern bereits zwei Tage später wieder Treppen steigen – das war früher undenkbar.

Was ist für Sie der größte Unterschied zur herkömmlichen Verfahrensweise?

Dr. Krieger: Bis vor Kurzem waren Hüftoperationen immer an einen strengen Verbotskatalog gekoppelt. So wurde häufig anfänglich eine bestimmte Schlafposition im Bett gefordert, es wurden maximale Beugungen des Gelenks definiert und zum Zweck der konsequenten Entlastung der Prothese bestimmte Bewegungen und Sportarten kategorisch ausgeschlossen. Auf diese umfangreichen „Benimmregeln“ können wir heute eigentlich fast vollständig verzichten, zumal wir Sensibilität und Muskelkraft der operierten Hüfte ja praktisch zur Gänze erhalten.

Bei der schnellen Genesung hilft das vom Medizinproduktehersteller Biomet entwickelte Rapid Recovery Programm. Was muss man sich darunter vorstellen?

Dr. Krieger: Beim Rapid Recovery Programm wird der Patient eigenständiger Partner im Behandlungsprozess. Im Wesentlichen besteht es aus vier Modulen: der Patientenschule, dem Coachprinzip, der Frühmobilisierung und der Schmerztherapie. So wird etwa ein dem Patienten nahestehender Mensch so geschult, dass er die Rehabilitation aktiv begleiten kann. Auch eine Spezialsprechstunde ist unverzichtbarer Bestandteil des Programms. Ganz wichtig ist für die frühe Mobilisation eine hochwirksame Schmerztherapie. Wir operieren in Spinal- oder Allgemeinanästhesie, führen darüber hinaus aber zusätzlich eine lokale Infiltrationsanästhesie durch. So können wir auf die Einnahme von sedierenden Schmerzmitteln verzichten. Behindernde Wunddrainagen benötigen wir nicht mehr, was erheblich zum Komfort unserer Patienten und zur Beweglichkeit beiträgt. Auch die Thromboseprophylaxe erfolgt bei uns nicht durch die von vielen Patienten so gefürchteten Heparinspritzen in die Bauchdecke, sondern über ein einfach oral einzunehmendes Medikament. Unsere Patienten verlassen die Klinik erst, wenn sie die gemeinschaftlich festgelegten interdisziplinären Entlassungskriterien erfüllen. Die positiven Effekte des Rapid Recovery Programms beweisen uns die Ergebnisse unserer eigens erhobenen Daten zur Patientenzufriedenheit (s. Abb. oben).

Kann eigentlich jeder Patient nach diesen Prinzipien behandelt werden?

Dr. Krieger: Ja! Es spricht nichts dagegen, denn mittlerweile können wir mit fast allen zur Verfügung stehenden Endoprothesenmodellen den muskelschonenden Zugang verwenden und auch bei der Nachbehandlung natürlich nach den Prinzipien der „Rapid Recovery“ verfahren. So könnten bis auf wenige Fälle eigentlich alle Patienten davon profitieren, was sich besonders auf das Aktivitätsniveau nach der OP und natürlich die langfristige Zufriedenheit mit der Versorgung auswirken dürfte.

Herr Dr. Krieger, haben Sie herzlichen Dank für das informative Gespräch!

 

Weitere Informationen:

Tel.: 0611 / 334 38 44

krieger@emma-klinik.de

www.rapid-recovery.de

VonRedaktion

Beidseitige Knie- und Hüftprothese in nur einer OP-Sitzung

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Nur ein Krankenhausaufenthalt nötig

Der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken gilt heute als Standardoperation. Dennoch bringt er für Betroffene eine längere Auszeit mit sich. Und bei nicht wenigen gleich doppelt, denn viele Patienten benötigen über kurz oder lang ein neues Gelenk auf beiden Seiten. Was aber noch vor wenigen Jahren kaum denkbar schien, ist jetzt Realität: In der ORTHOPARC Klinik in Köln-Junkersdorf ersetzt Chefarzt Prof. Joachim Schmidt seinen Patienten beide Gelenke in nur einer OP-Sitzung. 

Herr Prof. Schmidt, warum operiert man erst jetzt beidseitig?

Prof. Schmidt: Den großen Durchbruch haben sicherlich die modernen minimalinvasiven Operationsmethoden gebracht, die sich ja inzwischen auf breiter Front durchsetzen. Noch vor etwa 20 Jahren war die Traumatisierung des Patienten durch einen prothetischen Eingriff so hoch, dass man einen gleichzeitigen Gelenkersatz auf beiden Seiten als zu risikoreich einschätzte, insbesondere wegen des unter Umständen hohen Blutverlustes. Dies hat sich heute jedoch grundlegend geändert – so gibt es etwa die früher beinahe obligatorische Eigenblutspende vor der Operation nur noch in Ausnahmefällen. Zur Verdeutlichung: Bei einem Hüfteingriff in der ORTHOPARC Klinik verliert der Patient heute in der Regel weniger als halb so viel Blut wie bei einer freiwilligen Blutspende. Aber auch die Verletzung von Weichteilgewebe bei der OP ist heute so minimal, dass die Belastung für den Patienten viel geringer ist.

Hüftgelenke operieren Sie mit dem schonenden ASI-Zugang. Worin liegt der Unterschied zu früheren Verfahren?

Prof. Schmidt: Der ASI-Zugang erfolgt wie andere bekannte minimalinvasive Zugänge auch von seitlich vorn. Dabei wird keinerlei Muskulatur verletzt, denn man arbeitet nach einem Hautschnitt durch natürliche Muskellücken hindurch. So lassen sich sowohl die Hüftpfanne als auch die Prothese besonders schonend einbringen – nach der Operation schließt sich der beiseitegeschobene Weichteilmantel einfach wieder über der Hüfte. Der Patient behält also praktisch seine gesamte Muskelkraft, die früher nach einer langwierigen Heilung wieder mühsam antrainiert werden musste. Gegenüber anderen Methoden hat der ASI-Zugang darüber hinaus den Vorteil, dass man keine Extensionsapparatur für das operierte Bein benötigt, sondern nur einen speziellen OP-Tisch.

Lassen sich Kniegelenke genauso sicher und zuverlässig in einer Sitzung operieren wie Hüften?

Prof. Schmidt: Bei den Kniegelenken kann die Vorgehensweise ihre Vorteile vielleicht sogar noch besser ausspielen, denn anders als bei der Hüfte ist keine Umlagerung des Patienten für die Operation der zweiten Seite notwendig. Auch hier wenden wir neueste OP-Techniken wie etwa mehrschichtige Gewebenähte an, die für eine möglichst schnelle Heilung sorgen, und eine Anästhesie und Schmerztherapie, die nach der OP eine sehr schnelle Mobilisierung erlauben. Unabhängig vom operierten Gelenk stehen unsere Patienten bereits nach Stunden auf und können sofort voll belasten. Wir verfahren von der ersten Untersuchung bis zur Entlassung nach Hause nach den bewährten, in der ORTHOPARC Klinik seit Jahren angewandten Behandlungsprinzipien des Rapid Recovery Programms, die eine schnelle Genesung und Rehabilitation sicherstellen. Alle Behandlungsschritte werden dabei so aufeinander abgestimmt, dass das bestmögliche Behandlungsergebnis erzielt wird.

Kommen eigentlich alle Patienten für eine beidseitige OP in Frage?

Prof. Schmidt: Grundsätzlich operieren wir keine „Röntgenbilder“ – einen prophylaktischen Gelenkersatz der zweiten Seite ohne entsprechende klinische Krankheitszeichen lehnen wir aus guten Gründen ab. Auch Patienten mit Vorerkrankungen oder reduziertem Allgemeinzustand würden wir nicht beidseitig in einer Sitzung operieren. Als Faustregel kann hier gelten, dass nur Patienten infrage kommen, welche nach den von der ASA* aufgestellten Kriterien für die Abschätzung des perioperativen Risikos der Klasse 1 oder 2 zuzurechnen sind. Dies sind aber immerhin gut 15 – 20 Prozent aller Patienten, sodass doch ein großer Teil davon profitieren kann. Damit ist die beidseitige OP insbesondere auch eine Alternative für Selbstständige und andere, die aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht zweimal eine längere Auszeit wünschen.

Herr Prof. Schmidt, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch!

aus ORTHOpress 2-2017

Weitere Informationen:

ORTHOPARC Klinik GmbH

Klinik für Orthopädie in Köln

Aachener Straße 1021 B

50858 Köln

Tel.: 0221 / 48 49 05 - 0

service@orthoparc.de

www.orthoparc.de