Schlagwort-Archiv Hüftgelenkersatz

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Hüfte ist nicht gleich Hüfte

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Minimalinvasiver Gelenkersatz mit dem YALE-Zugang

Der Einsatz eines neuen Hüftgelenks zählt in Deutschland zu den häufigsten Eingriffen überhaupt. Typischerweise erfolgt der Eingriff durch einen seitlichen oder hinteren Zugang. Die Methode ist seit Jahrzehnten bewährt, aber durchaus nicht immer problemlos. Längst sind nicht alle Patienten nach der OP wieder so schnell auf den Beinen, wie dies wünschenswert wäre, und manchmal bleiben gar deutliche Einschränkungen zurück. Mit dem minimal-invasiven YALE-Zugang sollen jetzt Komplikationen vermieden und die Traumatisierung möglichst gering gehalten werden, erläutert im Gespräch mit ORTHOpress Dr. Robert Kipping, der zusammen mit seinen Kollegen Dr. Konrad Scheuerer und Dr. Ulrich Pfleghar die Orthopädische Praxisklinik Gräfelfing führt. weiterlesen

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Hüftprothese schonend mit AMIS-Technik

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Die Motoren der Hüfte erhalten

Der Einsatz eines künstlichen Gelenks befreit Arthrosepatienten von zwei wesentlichen Einschränkungen: Schmerzen und limitierter Beweglichkeit. Durch einen speziellen Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorn profitieren sie noch früher von einer vollen Mobilität. Im Endoprothetikzentrum der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson), wird dies unter anderem von PD Dr. Patrick Weber und Dr. Arnd Steinbrück erfolgreich durchgeführt.

Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasiv Surgery“ und bezeichnet damit eine minimalinvasive Operationstechnik von der vorderen Körperseite aus. Zwar ist dabei auch der Hautschnitt und somit die spätere Narbe kürzer als bei anderen Zugangswegen zum Hüftgelenk, doch viel wichtiger ist die Muskelschonung im Innern. „Hierbei handelt es sich um den einzigen Zugang an der Hüfte, der nicht nur die Muskeln schont, sondern auch – im Gegensatz zu anderen Zugängen – zwischen den Nervenbahnen verläuft“, erklärt Dr. Weber. Genutzt werden dafür natürliche Muskellogen, die an dieser Stelle bestehen. So können Muskeln und Nerven vergleichbar mit einem Vorhang auseinandergehalten werden, um nach der Implantation wieder funktionsfähig zurückzugleiten. Bekannt ist diese Möglichkeit schon lange, aber erst ein speziell entwickeltes Equipment hat die Anwendung bei künstlichem Gelenkersatz an der Hüfte ermöglicht, wie Dr. Steinbrück berichtet: „Für das AMIS-Verfahren ist der spezielle OP-Tisch essenziell, da wir damit eine ganz bestimmte Beinhaltung erreichen, die uns den Zugang zum Oberschenkelknochen erlaubt.“

Schnelle Rehabilitation, verbesserte Voraussetzungen für spätere Revision

„Besonders die Gesäßmuskulatur ist wichtig für alle Hüftbewegungen. Muss dieser Muskel für die Implantation durchtrennt werden, dauert es viel länger, bis die Patienten wieder voll einsatzfähig sind“, berichtet Dr. Steinbrück. Nach der AMIS-Methode kann der Patient in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen und gehen. Dr. Weber: „Dabei haben die Patienten ein deutlich besseres Gefühl für ihr neues Gelenk aufgrund der guten Kapsel- und Muskelspannung. Die Rehabilitationszeit ist kürzer als nach Traumatisierung der Muskulatur.“

Ein weiterer Vorteil durch den Zugang besteht in längerfristiger Hinsicht, bei einer möglichen Revision: „Wenn die Endoprothese später einmal aufgrund ihrer endlichen Lebensdauer ausgewechselt werden muss, steht weniger Knochen zum Verankern der Prothese zur Verfügung. Dafür findet man jedoch meist eine Lösung. Eine stark vorgeschädigte Muskulatur hingegen ist schwieriger zu bewältigen. Wurde die Muskulatur beim Ersteingriff aber völlig in Ruhe gelassen, sind die Ergebnisse der Revision mit einer kräftigeren Muskulatur viel besser. Denn diese spielt eine wesentliche Rolle für die Gelenkstabilität“, so Dr. Steinbrück. Weitere Pluspunkte sind ein geringeres Risiko für eine Luxation des Gelenks und für die Ausbildung der sogenannten heterotopen Ossifikation als Folgeerkrankung.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens sind dabei nur wenig beschränkt, bei normalen anatomischen Verhältnissen ist es gut anwendbar. Auch Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen oder Übergewichtige können so operiert werden. Ältere Betroffene profitieren ebenso davon wie solche mit Begleiterkrankungen, da für diese Patientengruppen oft eine längere Zeit der Immobilität belastend ist. „Allein wenn eine stark veränderte Anatomie vorliegt, wie z. B. bei einer Fehlstellung oder wenn bereits in der Vergangenheit eine Osteotomie, also eine Knochenumstellung, durchgeführt wurde, ist der AMIS-Zugang nicht geeignet. Ansonsten sind unsere Erfahrungen sehr gut damit, auch hinsichtlich der Prothesenwahl gibt es kaum Einschränkungen“, so Dr. Weber.

aus ORTHOpress 3-2016

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

PD Dr. Patrick Weber,
Dr. Arnd Steinbrück
Klinik und Poliklinik für Orthopädie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson)
Marchioninistraße 15 81377 München
Tel.: 089 / 44 00 - 737 90
info.ortho.physmed@med-uni-muenchen.de
www.orthopaedie-grosshadern.de

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Das künstliche Hüftgelenk

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– state of the art –

Herr Professor Pfeil – seit einigen Jahren ist das St. Josefs-Hospital in Wiesbaden die Klinik mit den größten Behandlungszahlen für Hüftendoprothesen in Hessen, mit über 1.200 Operationen jährlich. Wie kam es dazu?

Prof. Pfeil: Ein zufriedener Patient sendet uns den nächsten. Jedes Jahr kommen mehr Patienten zu uns. So wird mittlerweile jedes 10. Hüftgelenk in Hessen im St. Josefs-Hospital Wiesbaden eingesetzt. Das „Paket“ stimmt. Die Operation erfolgt mit dem minimal-invasiven Wiesbadener Zugang, bei dem kein Muskel durchtrennt werden muss. Kombiniert mit Keramikköpfen und hochwertigen Pfannen, werden Knochen- und weichteilschonende Kurzschäfte implantiert. Diese Kombination erlaubt die sofortige Vollbelastung und verspricht eine sehr lange Haltbarkeit.

Ist die Qualität der Behandlung heutzutage messbar?

Prof. Pfeil: Mittlerweile gibt es hierzu unterschiedliche Methoden. Die Krankenkassen sehen, ob bei den Patienten Komplikationen auftreten und wann weitere Behandlungen diesbezüglich  notwendig sind. Zudem werden Patientenbefragungen durchgeführt. Die AOK hat hierzu eine nachvollziehbare einfache Einstufung entwickelt. Die beste Bewertung – „drei Bäumchen“ – wird nur an die 20 Prozent der Kliniken mit den besten Ergebnissen vergeben. Die hessische Geschäftsstelle Qualitätssicherung misst 14 unterschiedliche Parameter. Wir freuen uns auch hier über die überdurchschnittliche Einstufung bei allen Parametern.

Viele Patienten haben Angst vor einem Hüftgelenkersatz, können sich die Größe des Eingriffes nur schwer vorstellen.

Prof. Pfeil: Vielleicht helfen hier ein paar konkrete Daten. Wir haben gerade eine prospektive Studie mit über 100 Patienten zur Patientenzufriedenheit abgeschlossen. Die durchschnittliche Operationszeit war 35 Minuten. Bei keinem Patienten musste eine Bluttransfusion gegeben werden, keine Infektionen wurden beobachtet, es trat keine Luxation des Gelenkes auf und keine Zweitoperation war notwendig. Diese, sicherlich nur in einem spezialisierten Zentrum möglichen Ergebnisse haben auch dazu geführt, dass wir jedes Jahr bei mehr Patienten beide Hüften gleichzeitig ersetzen (bei beidseitigen Arthrosen). Von überregional kommen viele Patienten deshalb mit diesem Wunsch zu uns.

Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden ist ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung. Welchen Vorteil hat dies für den Patienten?

Prof. Pfeil: Die Behandlungspfade sind standardisiert. Bei jedem Patienten erfolgt eine digitale präoperative Planung, die ihm vor der Operation als Ausdruck übergeben wird. Die Planung ist Grundlage für eine präzise Implantation. Große Beinlängendifferenzen können so vermieden werden und die Gefahr einer Hüftgelenkluxation wird minimiert. Im Zentrum operieren drei sogenannte Seniorhauptoperateure und sechs Hauptoperateure. Dies garantiert, dass immer ein kompetenter Arzt verfügbar ist. Auch werden alle Probleme, die beim Kunstgelenkersatz auftreten können, kompetent adressiert. Im Zentrum werden auch ca. 90 Wechseloperationen an der Hüfte durchgeführt – Gott sei Dank meist nicht an Patienten, die im St. Josefs-Hospital Wiesbaden erstoperiert wurden.

Was ist Ihr Konzept für die Nachbehandlung der Patienten mit Hüftgelenkersatz?

Prof. Pfeil: Wichtig für den Patienten ist die umfassende Information bereits vor der Operation. Schon bei der Erstvorstellung machen wir den Patienten mit unserem Konzept hipstop+ vertraut. Dies bedeutet unter anderem, dass die Art der Nachbehandlung bereits festgelegt wird, da die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus nur kurz ist. Meist erfolgt die Nachbehandlung in einer ambulanten Institution, es besteht weiterhin die Möglichkeit einer stationären Rehabilitation und für den alten Patienten mit vielen Begleiterkrankungen kann auch die Verlegung in eine Akutgeriatrie sinngebend sein. Für alle Optionen haben wir die entsprechenden Partner in unser hipstop+ Konzept eingebunden. Jeder Patient erhält ein großformatiges, bebildertes 20-seitiges Handbuch, in dem alle wichtigen Informationen enthalten sind. Zusätzlich findet jede Woche ein Vorbereitungskurs mit einem Arzt, insbesondere aber Physiotherapeuten statt. Ein freiwilliges Angebot für den Patienten vor der Operation. Auch im Internet stellen wir den Patienten umfassende Informationen zur Verfügung. Dort wird sogar eine Operation gezeigt.

Wie lange muss ein Patient im Krankenhaus  für den Hüftgelenkersatz verweilen?

Prof. Pfeil: Unsere Philosophie ist: Der Patient ist nicht krank, er hat nur ein krankes Gelenk. Unser Konzept hipstop+ beinhaltet deshalb die Mobilisation des Patienten bereits am Operationstag, damit die Selbstständigkeit erst gar nicht verloren geht. Am ersten Tag nach der Operation werden bereits die eigenen Kleider getragen und flott mit Unterarmgehstützen gelaufen. In der Regel erfolgt die Entlassung am vierten Tag nach der Operation, bei beidseitig operierten Patienten am sechsten Tag. Wenn jemand am dritten Tag zu gehen wünscht, ist dies auch möglich. Noch kürzere Zeiten streben wir aus Sicherheitsgründen jedoch nicht an.

aus ORTHOpress 3-2017

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Joachim Pfeil

St. Josefs-Hospital Wiesbaden

Beethovenstr. 20

65189 Wiesbaden

Tel.: 0611 / 177 - 36 36

www.joho.de