Monatsarchiv Oktober 2017

VonRedaktion

Wenn der Schuh drückt

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Operative Eingriffe am Fuß bei schmerzhaften Fehlstellungen

Der menschliche Fuß ist im Laufe eines Lebens enormen Belastungen ausgesetzt. Schließlich muss er beim Gehen, Laufen oder Springen ein Vielfaches unseres Körpergewichts tragen. Eine häufige Folge dieser hohen Beanspruchung sind verschleißbedingte Abnutzungsprozesse, Fehlstellungen oder Verletzungen. Nicht immer lassen sich die damit verbundenen Beschwerden konservativ behandeln. Welche chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten es in solchen Fällen gibt, darüber sprach ORTHOpress mit dem Orthopäden Dr. Ingo Bathelt aus Nürnberg.

Herr Dr. Bathelt, Sie behandeln in Ihrer Praxis die unterschiedlichsten Fußprobleme. Gibt es Beschwerdebilder, die besonders oft auftreten?

Dr. Bathelt: Was die Fußfehlstellungen betrifft, so gehört zu deren häufigsten Formen der Hallux valgus, die schmerzhafte Ballenzehe. Wenn sich die Großzehe nach außen verlagert, verändert sich zugleich die Zugrichtung der Sehnen und der erste Mittelfußknochen verschiebt sich nach innen. Eine gewisse Zeit lassen sich entstehende Druckstellen, Gelenkschmerzen sowie eventuell folgende Kleinzehenfehlstellungen mit konservativen Mitteln behandeln. Häufig jedoch bleibt als Ausweg nur eine operative Korrektur der fehlstatisch bedingten schmerzhaften Veränderungen.

Welche Operationsmethoden kommen hierfür infrage?

Dr. Bathelt: Standardmethode ist die Umstellung des Mittelfußknochens. Handelt es sich um eine leichtere Fehlstellung, arbeiten wir mit der sogenannten Chevron-Methode. Dabei wird der erste Mittelfußknochen gelenknah durchtrennt und in die gewünschte Stellung zurückgebracht. Der Knochen wird anschließend mit einer Schraube fixiert. Hierbei können auch selbstauflösende Schrauben verwendet werden. Ist der Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen stärker vergrößert, verwenden wir die Operationsmethode nach Scarf, bei welcher der Schaft des ersten Mittelfußknochens -förmig durch-trennt und in seiner Stellung korrigiert wird. Dieser Eingriff lässt sich mit der sogenannten kin-Osteotomie kombinieren. Hierbei wird das Großzehengrundglied urch Entnahme eines kleinen Knochenkeils in die richtige Position gebracht. Kombinationseingriffe mit Aufrichtung des Rückfußes, Sehnentransfers und Versteifung im Fußwurzelbereich sind bei komplexer Fußfehlstatik eines Knick-Plattfußes zu ergänzen.

Eine weitere schmerzhafte Erkrankung des Vorfußes ist der Hallux rigidus, die Arthrose des Großzehengrundgelenks.

Dr. Bathelt: Besonders unangenehm für die Betroffenen ist, dass hier auch die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Hier kann man stufenweise in Abhängigkeit von Gelenkzustand und Patientenanspruch von einer reinen Entfernung des degenerativ veränderten Gelenkbezirks (Cheilektomie) bis hin zu Gelenkprothese oder Gelenkversteifung vorgehen. Dadurch kann jeweils eine beschwerdefreie Vollbelastbarkeit erreicht werden.

Wie werden die Eingriffe bei Ihnen durchgeführt?

Dr. Bathelt: Zahlreiche Fußeingriffe können wir ambulant durchführen. Dank einer schonenden OP-Technik erreichen die Patienten ihre Mobilität schnell wieder zurück. Stationäre Operationen bei Komplexeingriffen führen wir in der Sana-Klinik Nürnberg durch. Patienten mit speziellen Fußproblemen haben die Möglichkeit, unsere wöchentliche Fußsprechstunde aufzusuchen, die in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Orthopädieschuhtechniker stattfindet.

aus ORTHOpress 1/2017

 

Weitere Informationen:

Dr. med. Ingo Bathelt

Am Gräslein 12

90402 Nürnberg

Tel.: 0911 / 235 64 - 0

info@dr-bathelt.de

www.dr-bathelt.de

VonRedaktion

Kinderfuß Basics 2016

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Konservative Therapie

Der Fuß ist der am stärksten belastete Abschnitt der Bewegungsorgane. Er stützt den Körper im Stehen, bildet beim Gehen, Laufen oder Springen eine mobile, aber zugleich feststehende Basis und erfasst sensorisch den Untergrund. Angeborene und erworbene Fehler der Fußwölbungen und Zehendeformitäten führen zu Veränderungen des Abrollvorgangs und haben unweigerlich lokale und auch generalisierte Überlastungsschäden zur Folge.

Der angeborene Klumpfuß sowie der Tintenlöscherfuß fallen bereits postnatal auf und gehören vom ersten Tag an in die Hände eines erfahrenen Orthopäden. Ihre Behandlung umfasst Redressionsgipse und Krankengymnastik und eine postoperative Nachbehandlung mit Ringorthesen, Spezialeinlagen und orthopädischen Schuhen bis ins Erwachsenenalter hinein. Der angeborene Sichelfuß ist ein eigenes Krankheitsbild und nicht etwa die leichte Form eines Klumpfußes. Die Deformität betrifft nur den Vorfuß, der in Anspreizung angewinkelt ist. Dabei ist das Fußgewölbe meist vertieft mit einer queren Falte an der Fußinnenseite. Unbehandelt führt diese Fußdeformität zum Serpentinenfuß. Die nichtoperative Behandlung erfolgt nach der Geburt durch Redressionsverbände, gefolgt von Bebax-Orthesen bis Laufbeginn, danach durch Antivarusschuhe und 3-Backen-Einlagen mit vorgezogenem Rand.

Der Hohlfuß lässt sich klinisch gegenüber dem Fuß mit hohem Spann klar abgrenzen. Er ist definiert durch eine stärkere Varusstellung des Rückfußes, ein erhöhtes Längsgewölbe, Krallenstellung der Zehen sowie die Einschränkung der Sprunggelenksbeweglichkeit. Meist wird die Deformität ab dem 8. Lebensjahr auffällig. Die Kinder klagen beim Schnüren der Schuhe über Schmerzen am Fußrücken. Redressierende Maßnahmen werden heute einhellig abgelehnt. Die Versorgung mit Einlagen ist möglich, führt jedoch nicht immer zum gewünschten Erfolg.

Der Knickfuß mit seinen verschiedenen Ausprägungen kann als angeborene oder erworbene Fußdeformität vorkommen. Er ist charakterisiert durch eine Innenrotation des Sprungbeins mit Abschwächung des medialen Längstragebogens bei gleichzeitiger nach außen gerichteter Abwicklung des Vorfußes. Der physiologische flexible Knickfuß zeigt unbelastet ein normales Fußgewölbe, im Stand sinkt das Fußlängsgewölbe dann ein. Er bedarf bis zum 4. Lebensjahr meist nur einer regelmäßigen Observation. Bei einer verstärkten Rückfußfehlstellung kommen Einlagen zur Anwendung. Klassische Vertreter von neutralen Einlagen sind die Fersenschale, die Detorsionseinlage und die Schrägeinlage. Als aktive Einlagen sind die sensomotorisch-propriozeptiven Einlagen zu verstehen.

Der Spreizfuß ist klinisch durch einen breiten Vorfuß mit scheinbar eingesunkenem Quergewölbe charakterisiert. Das Quergewölbe sinkt jedoch nicht ein, sondern seine Eckpfeiler Großzehe und Kleinzehe heben sich, sodass die übrigen Mittelfußköpfchen relativ tiefer stehen und daher beim Abrollen des Fußes zuerst und vermehrt belastet werden. Sie sind nun zum neuen Stützpfeiler geworden. Klinisch entsteht der Vorfußballenschmerz mit und ohne Hornschwiele. In den allermeisten Fällen kann diese Fußdeformität mit einer langsohligen Einlage mit Pelotte und Vorfußweichpolsterung gut behandelt werden. Als Schuhzurichtung benutzt man eine Schmetterlingsrolle mit Weichpolsterung.

Der Hallux valgus ist nicht nur ein kosmetisches Problem, er schafft Probleme und Schmerzen im Schuhwerk, verschiebt weitere Zehen und führt zu einem gestörtem Abrollvorgang. Schmerzen entstehen meist an der Innenseite durch den Schneiderballen oder am 2. Mittelfußköpfchen. Neben Nachtschienen und Zehenrichtern ist das Tragen von Einlagen zu empfehlen, da hierdurch die Druckverteilung am Vorfuß verbessert wird. Andere angeborene Zehendeformitäten wie die angeborene Hammerzehe, die reitende Zehe II–V, die Phalanx valga congenita und Varuszehen (curly toes) werden durch Schuhe mit ausreichenden Platzverhältnissen nach dem WMS-System, Nachtschienen und Pflasterverbänden / Zehenrichtern versorgt bis zur endgültigen operativen Versorgung, zumeist im Erwachsenenalter.

Präventive Maßnahmen 

Die zweifellos ausgezeichnete und wohlgemeinte Empfehlung, Kinder zum barfüßigen Laufen im Gras, Sand, Kieselsteinen und unregelmäßigen Böden anzuhalten, damit sie die funktionellen Möglichkeiten ihrer Füße üben, dürfte schwerlich durchzusetzen sein. Jahreszeiten und Witterung zwingen geradezu, die Füße zu schützen. Auch Kindergarten und Schule bieten immer weniger Zeit und Gelegenheit, dieser Empfehlung nachzukommen. Es bleibt somit die Forderung nach Kinderschuhen mit guter Passform und maximaler Flexibilität. Bei Fragen steht Ihnen der Verfasser des Artikels im Rahmen seiner Kindersprechstunde gern zur Verfügung. Weitere Möglichkeit:
online über www.kinderfusscheck.de

von Dr. med. Stefan Hipp

aus ORTHOpress 4/2016

 

Weitere Informationen:

Dr. med. Stefan Hipp

Facharzt für Orthopädie und Unfall-chirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie, physikalische Therapie, Akupunktur, DVO-Osteologe

Manggasse 11 – 13

97421 Schweinfurt

Tel.: 09721 / 64 6 92 51

info@sw-orthopaedie.de

www.sw-orthopaedie.de

VonRedaktion

Moderne Vorfußchirurgie

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Erfolgreich und sofort belastungsstabil

Die operative Korrektur des Ballenzehs (Hallux valgus) gehört zu den häufigsten Eingriffen, die in der Sektion für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie der Paracelsus-Klinik Osnabrück durchgeführt werden. Mit rund 500 Eingriffen pro Jahr ist ihr Leiter Dr. Jens Bischoff ein weit über die Grenzen der Region Osnabrück hinaus bekannter Experte, der seinen Patienten neueste Operationsverfahren für sämtliche Abschnitte des Fußes anbieten kann.

Herr Dr. Bischoff, wie kommt es eigentlich zu einem Hallux valgus?

Dr. Bischoff: In 80 Prozent der Fälle sind Frauen betroffen, in ca. 2/3 der Fälle besteht eine familiäre Häufung, sodass auch eine gewisse anlagebedingte Komponente besteht. Ein weiterer Faktor ist sicherlich das Tragen von hochhackigen, spitzen Schuhen.

Schienen und Bandagen können den Hallux ja kaum aufhalten. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine OP?

Dr. Bischoff: Wenn die Beschwerden auch in eigentlich bequemem Schuhwerk bestehen bleiben, sollte über eine Korrektur nachgedacht werden. Einen rein kosmetischen Eingriff lehnen wir aber ab – wir operieren also nicht, nur damit ein Fuß wieder problemlos in die High Heels passt.

Wie läuft eine Hallux-OP ab, und was muss man beachten?

Dr. Bischoff: Je nach Ausprägung der Fehlstellung nehmen wir eine rein knöcherne Umstellung der Großzehe (Chevron- bzw. Scarf-Osteotomie) vor oder kombinieren diese mit einem Weichteileingriff. Unter Umständen kommt auch eine stabilisierende Lapidusarthrodese infrage, eine Versteifung des Mittelfußknochen-Fußwurzelknochen-Gelenks, die aber kaum als Einschränkung empfunden wird. Nach der OP ist der Fuß belastungsstabil und durch die intraoperative Lokalanästhesie kaum schmerzhaft, sodass die Patienten in einem speziellen Schuh mit einer flachen, aber starren Sohle problemlos auftreten können. Bei Bedarf können wir sogar beide Füße auf einmal operieren. Die Heilung dauert etwa drei Monate; bis zur vollen Sportfähigkeit vergeht etwa ein halbes Jahr.

aus ORTHOpress 3/2017

 

Weitere Informationen:

Paracelsus-Klinik Osnabrück

Dr. Jens Bischoff
Am Natruper Holz 69
49076 Osnabrück

Tel.: 0541 / 966 - 3030

www.paracelsus-kliniken.de/osnabrueck

VonRedaktion

Hallux valgus

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Mesotherapie beseitigt Schmerz und Entzündung 

Im Winter wird er meist mühsam von geschlossenen Schuhen verdeckt – mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen tritt er jedoch oft wieder hervor: Die Rede ist vom Hallux valgus, der jeden noch so schönen Schuh so hässlich ausbeult und so Manchem die Freude am Barfußgehen gleich ganz verleidet. Noch schlimmer als die kosmetische Beeinträchtigung sind aber für die meisten Betroffenen die quälenden Druckstellen und damit Schmerzen. Der auf Naturheilkunde spezialisierte Orthopäde Dr. Friedhelm Kuhlmann aus Köln-Mülheim kennt jedoch eine sanfte Methode, mit der man den Beschwerden wirkungsvoll begegnen kann: die Mesotherapie.

Herr Dr. Kuhlmann, wie kommt es eigentlich zu einem Hallux valgus?

Dr. Kuhlmann: Der Hallux valgus, im Volksmund auch „Frostballen“ genannt, ist in meiner orthopädischen Praxis eine sehr häufige, teilweise stark beeinträchtigende Erkrankung und durch eine Abweichung der großen Zehe nach außen gekennzeichnet. Leider sind davon besonders Frauen aufgrund des generell weicheren Bindegewebes betroffen. Die Ursache ist einerseits in einer schlechten Fußstatik mit Erschlaffung der Fußmuskulatur zu sehen, andererseits spielt aber auch unzweckmäßiges und zu enges Schuhwerk eine wesentliche Rolle.

Oft hört man, dass sich letztlich nur mit einer Operation eine wesentliche Besserung herbeiführen lässt – dabei bietet Ihrer Ansicht nach auch das konservative Behandlungsspektrum viele Möglichkeiten.

Dr. Kuhlmann: Richtig! Die operative Korrektur des Fußes sehe ich nicht als erste Wahl, sondern als letzte Möglichkeit. Tatsächlich müssen nur etwa 10 Prozent der Patienten wirklich operiert werden, um die anatomischen Verhältnisse und so die Fehlbelastung und die daraus resultierende Verformung des Fußes zu verändern.

Aber wie stellen Sie fest, welche Behandlung am erfolgversprechendsten ist?

Dr. Kuhlmann: Wir gehen immer vom klinischen Erscheinungsbild aus, d. h., wir fragen uns, welche Beschwerden der Patient hat. Wie präsentiert sich der Fuß? Gibt es Druckstellen oder Schwielen, ist der Ballen gerötet oder liegt vielleicht schon eine eingeschränkte Beweglichkeit vor? Obwohl oft noch ein normales Gangbild aufrechterhalten werden kann, kommt es bei stärkeren Fehlstellungen schnell zu einer Überlastung der Vorfußstrukturen. Durch ständigen mechanischen Reiz entstehen eine chronische Entzündung des über dem Mittelfußköpfchen liegenden Schleimbeutels und damit starke Schmerzen. Diese werden meist als besonders unangenehm empfunden. Wenn es gelingt, die Entzündung und den Schmerz wirksam zu bekämpfen, ist das ein großer Erfolg. Genau darauf zielt die Naturheilkundliche Therapie ab.

Wie erreichen Sie dies?

Dr. Kuhlmann: Die Basistherapie muss immer eine Verbesserung der Fußstatik durch orthopädische Einlagen, Korrekturschienen und ein tägliches Fußmuskeltraining sein. Sehr gute Erfahrungen haben wir darüber hinaus mit der aus Frankreich stammenden Mesotherapie gemacht. Diese vereint die positive Wirkung von Akupunktur und Homöopathie. Mit einer speziellen Injektionspistole wird weitgehend schmerzfrei ein Gemisch aus stark verdünnten Substanzen sehr oberflächlich in die Haut der großen Zehe und des Fußes eingebracht. Die verwendeten Präparate enthalten homöopathische Stoffe wie Arnica, Beinwell oder Giftsumach in Kombination mit einer leicht betäubenden Komponente und wirken schon nach wenigen Behandlungen sehr effektiv und schonend. Zusätzlich können unterstützend Quarkwickel, Softlaserbestrahlungen, Kinesio-Taping und auch Weihrauch-Kapseln helfen. Ähnlich wie am Fuß kann die Mesotherapie auch bei geschwollenen und schmerzenden Fingergelenken (Polyarthrose, Gichtfinger) sehr hilfreich sein.

aus ORTHOpress 2/2015

Weitere Informationen:
Dr. med. Friedhelm Kuhlmann M.A.
Facharzt für Orthopädie
Naturheilverfahren – Akupunktur
Master of Arts
Komplementäre Medizin
Wallstraße 81 / Ecke Buchheimer Str.
51063 Köln-Mülheim
Tel.: 0221 / 61 90 90 oder 92 23 09 85
www.dr-kuhlmann-koeln.de

 

VonRedaktion

Der Hallux valgus und seine Korrektur

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Eine medizinische und ästhetische Herausforderung 

Ballenzehen, in der Medizin Hallux valgus genannt, führen nicht nur zu Schmerzen, sondern sehen auch unschön aus. Wer sich für einen operativen Korrektureingriff entscheidet, tut dies im Allgemeinen daher sowohl aus gesundheitlichen als auch aus ästhetischen Gründen. Adrian K. Wiethoff, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und zertifizierter Fußchirurg von ARS PEDIS aus Düsseldorf, hält es für wichtig, dass der Operateur beide Gesichtspunkte angemessen berücksichtigt.

„In der Regel wird ein Fuß, der gesund und anatomisch korrekt geformt ist, auch als schön empfunden“, erklärt Adrian Wiethoff. „In meiner Praxis für Ästhetische und Rekonstruktive Fußchirurgie sind ca. 70 Prozent der Vorfußoperationen medizinisch indiziert. Häufig handelt es sich dabei um Hallux valgus, Hallux rigidus oder Hammerzehen. Damit der Eingriff auch ästhetischen Ansprüchen genügt, setze ich spezielle Techniken ein. Der übrige Teil der Eingriffe besteht aus rein ästhetisch indizierten Anpassungen wie beispielsweise Zehenverkürzungen.“

Ist der Hallux valgus fortgeschritten, kann man den verformten Ballen deutlich sehen. Dies hat seine Ursache darin, dass der große Zeh in Richtung Fußaußenseite wandert. Der „Ballen“ tritt hervor und das Gelenk kann sich entzünden. Zugleich wird der ganze Fuß in Mitleidenschaft gezogen und verändert sich sowohl innerlich als auch äußerlich. Neben Schmerzen kann es zu Schwielen oder einer Arthrose im Großzehengrundgelenk kommen. „Vor allem Frauen leiden unter einem Ballenzeh“, erklärt Adrian Wiethoff. „Diese haben nun einmal von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe und tragen zudem häufiger Schuhe, die sich ungünstig auf den Zustand der Füße auswirken.“

Die Funktionalität bleibt erhalten

Um einen Hallux valgus korrigierend zu behandeln, wendet Fußchirurg Adrian K. Wiethoff immer ein Verfahren an, das dem jeweiligen Fall angemessen ist. Dabei wird auch ästhetischen Faktoren Rechnung getragen. Die häufigsten Methoden, die zum Einsatz kommen, sind die Osteotomien nach Scarf oder Chevron. Adrian Wiethoff: „In beiden Fällen handelt es sich um Knochenumstellungen. Da das Gelenk nicht versteift wird, bleibt die Funktionalität erhalten. Bei der Chevron-Osteotomie wird der Knochen des Großzehs V-förmig durch-trennt, bei der Osteotomie nach Scarf hat die Durchtrennungslinie die Form eines Z. Anschließend wird der Knochen wieder so zusammengefügt, dass der richtige Winkel für den Zeh gebildet wird. In dieser Position wird er zur Anheilung mit einer resorbierbaren Schraube fixiert.Beide Verfahren haben den Vorteil, dass der Fuß mit einem Verbandschuh sofort belastet werden kann und keine längeren Ausfallzeiten entstehen. Wird die Verformung auf nur einer Seite korrigiert, kann dies unter örtlicher Betäubung geschehen. Bei einer beidseitigen Korrektur operieren wir unter Vollnarkose.“

Der Eingriff wird unterschiedlichen ästhetischen Anforderungen gerecht. Zum einen ist der Zeh gerichtet, zum anderen sind die durch die OP notwendigen Narben recht unauffällig. „Aufgrund des resorbierbaren Fixierungsmaterials ist kein weiterer Schnitt erforderlich, um das Material zu entfernen“, erläutert Adrian Wiethoff. „Zudem achte ich darauf, dass die Stellen für die Hautschnitte möglichst unauffällig sind, und benutze kosmetische Nahttechniken.  Eine weitere Besonderheit: Die meisten Operationen können, wenn vom Patienten gewünscht, sogar ambulant durchgeführt werden.“

aus ORTHOpress 2/2015

 

Weitere Informationen:

Facharzt Adrian K. Wiethoff

Praxisgemeinschaft ARS PEDIS

Königsallee 88

40212 Düsseldorf

Tel.: 0211 / 136592 - 80

wiethoff@ars-pedis.de

www.ars-pedis.de

VonRedaktion

Hallux-valgus-Korrektur

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Mit der Schraube, die zu Knochen wird

Der Hallux valgus, auch aufgrund seiner äußeren Erscheinung Ballenzeh genannt, ist nicht nur ästhetisch störend. Ab einem gewissen Grad sind die Beschwerden stark einschränkend und ein chirurgischer Eingriff ist anzuraten. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, wie sie auch der Fußspezialist Dr. Christian Kinast vom Zentrum für Fuß und Sprunggelenk München anwendet. Neueste Fixierungsmaterialien dafür müssen heute nicht mehr in einem zweiten Eingriff entfernt werden, weil sie sich im Körper nach einer gewissen Zeit selbst auflösen. 

Aufgrund einer Bindegewebsschwäche, die genetisch bedingt sein kann, sowie falschem Schuhwerk kommt es häufig zu einem Ballenzeh. Dabei verschiebt sich die Großzehe schmerzhaft in Richtung Fußaußenseite. Dadurch tritt der Ballen immer mehr hervor und wird in ganz normalem Schuhwerk, das nicht mehr richtig passt, ständig gereizt. „Immer wieder kommt es zu Entzündungen der Schleimbeutel, zu Nervenreizungen sowie zu Schwielen und Hautirritationen. Das Fatale ist zudem, dass die Deformität bei längerem Bestehen zu Gelenkentzündungen führen kann. Dies erhöht das Risiko einer Arthrose im Mittelfußbereich“, erklärt der Spezialist Dr. Kinast.

Irgendwann passt kein Schuh mehr 

Zwar können in den Anfangsstadien noch konservative Maßnahmen wie Entlastungsschienen oder schmerz- und entzündungstillende Medikamente hilfreich sein. Doch wenn der Leidensdruck zu hoch und die Deformität bereits weiter fortgeschritten ist, können durch eine chirurgische Korrektur die physiologische Fußanatomie wiederhergestellt und weitere Folgeschäden reduziert werden. An diesen Punkt war auch Nina H. angelangt, wie sie berichtet: „Die meisten geschlossenen Schuhe konnte ich nur noch unter Schmerzen tragen. Im Sommer konnte ich zumindest auf Sandalen oder Schlappen ausweichen. Dabei habe ich mich zwar für das Aussehen meiner Füße geschämt, aber zumindest waren die Schmerzen erträglich. Im Winter fällt diese Option natürlich weg. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war dann schlussendlich, dass ich nicht mehr joggen gehen konnte. Die Bewegung in den Laufschuhen, die ja auch einen gewissen Halt geben sollen, schmerzte unheimlich. Das wollte ich nicht länger hinnehmen und entschied mich für eine Operation.“

Dr. Kinast kennt Fälle wie diesen zur Genüge: „Oft kommen die Patienten recht spät mit dem Wunsch einer operativen Korrektur, weil sie die Rehabilitationszeit, eine große Narbe oder einen Zweiteingriff zur Materialentfernung fürchten. Durch die heute zur Verfügung stehenden modernen Verfahren und Materialien kann ich diese Bedenken im Beratungsgespräch meist problemlos ausräumen.“ Ziel aller operativen Eingriffe ist die physiologische Ausrichtung des Großzehengelenks, indem der erste und der zweite Mittelfußknochen einander angenähert werden. Wichtig dabei ist neben der knöchernen Anpassung immer auch eine exakte Weichteilbalancierung durch Lösung der Band-Verbindungen auf der Außenseite und Raffung auf der Innenseite des Gelenks.

Aufhellung um die Schrauben bei beginnendem Korrosionsprozess

Minimalinvasiv korrigierter Hallux valgus mit 2.7 mm MAGNEZIX®-Biometallschrauben

Hallux valgus vor der OP

Mittels Knochenumstellung Deformität begradigen

Nur bei sehr schweren Formen, die auf eine zu starke Beweglichkeit des Gelenks zwischen dem ersten Mittelfußknochen und der Fußwurzel zurückgehen, kann die Notwendigkeit bestehen, dieses Gelenk zu versteifen (Operation nach Lapidus). Ansonsten stehen je nachdem, in welchem Grad – zur Klassifizierung orientiert man sich an verschiedenen Winkelmaßen – die Verschiebung der Großzehe besteht, Methoden zur Umstellung, einer sogenannte Osteotomie zur Verfügung. Dr. Kinast erklärt: „Bei der Umstellung nach Chevron, die man bei der leichteren Form des Hallux valgus durchführt, durchtrennt man den Mittelfußknochen im Bereich des Köpfchens und befestigt ihn in der korrekten Stellung mit einer kleinen Schraube. Bei der mittelschweren Hallux-valgus-Form operiert man nachScarf. Hier wird der erste Mittelfußknochen z-förmig durchtrennt und dann korrekt ausgerichtet. Auch hier kommt Befestigungsmaterial zum Einsatz. „Zur Fixierung nutze ich mittlerweile bioresorbierbare Schrauben. Denn auch wenn das herkömmliche Material, wie z. B. Titanschrauben, problemlos im Körper verbleiben kann, gibt es dennoch viele Patienten, die den Fremdkörper spüren. Füße haben, je nach Operationsstelle, nur eine dünne Weichteilabdeckung, sodass dort Schrauben stören können. Mit der bioresorbierbaren Variante ist ein Zweiteingriff nicht mehr notwendig. Nach einer bestimmten Zeit, wenn die Knochenheilung bereits abgeschlossen ist, werden sogenannte Bioschrauben vom Körper verstoffwechselt, also abgebaut. Bei den neuen MAGNEZIX®-Schrauben ist es sogar so, dass diese sich nach und nach in Knochen umbauen. Nachteile hinsichtlich der Stabilität haben wir hier nicht“, berichtet Dr. Kinast. Operiert werden kann oftmals durch kleine Hautschnitte, also minimalinvasiv. Auch hierfür eignen sich die MAGNEZIX®-Schrauben, die esauch in geringeren Durchmessern gibt.

Und wie sieht die unmittelbare postoperative Zeit aus? – „Zunächst sollte der Fuß entlastet und die Belastung langsam gesteigert werden, damit der Knochen heilen kann. Dazu tragen die Patienten einen speziellen Entlastungsschuh. Nach Abschluss der Heilung profitieren sie von einem ästhetisch und funktionell guten Ergebnis, das ihre Lebenqualität verbessert“, so Dr. Kinast.

aus ORTHOpress 1/2017

Weitere Informationen:
Zentrum für Fuß und Sprunggelenk München

Dr. Christian Kinast

Orthopädie Zentrum Arabellapark
Englschalkinger Str. 12
81925 München
Tel.: 089 / 99 90 97 80
www.oza-m.de