Monatsarchiv Oktober 2017

VonRedaktion

Neues Arthroskopieregister „DART“

Um den Nutzen, die Risiken und die Langzeitergebnisse arthroskopischer Operationen besser und nachhaltiger einordnen zu können, wurde jetzt das Projekt „Deutschsprachiges Arthroskopieregister (DART)“  ins Leben gerufen. Das berichtet der idw – Informationsdienst Wissenschaft.

Rund 400.000 arthroskopische Operationen werden pro Jahr in Deutschland durchgeführt. Mit einer solchen Gelenkspiegelung können Gelenke minimalinvasiv operiert werden, z. B. an Kreuzband, Meniskus oder Knorpel.  Doch trotz der relativ hohen Eingriffszahlen fehlen bislang große klinische Studien, welche die Ergebnisse der Operationen im Versorgungsalltag analysieren. Aus diesem Grund starten die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA), der Berufsverband für Arthroskopie (BVASK) und die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) das  weltweit einzigartige Projekt „Deutschsprachiges Arthroskopieregister (DART)“. Um das Vorhaben zu realisieren, wurde die gemeinnützige Gesellschaft DART gGmbH gegründet, die mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie kooperiert. Als Partner für die technische Umsetzung konnte das Studienzentrum der Universität Freiburg gewonnen werden.

Ärzte und Patienten bewerten bei dem Projekt gemeinsam über einen Zeitraum von vor der OP bis zu zehn Jahren nach dem Eingriff unter anderem die Zufriedenheit, Komplikationen, Arbeitsausfall und die Schmerzen. So soll der tatsächliche Nutzen arthroskopischer Techniken bewertet werden.

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Rehaklinik – Freie Wahl oder Zuweisung?

Wer sich nach einer Krankheit oder Operation in eine Reha begibt, der muss nicht unbedingt die vom Versicherungsträger vorgesehene Klinik akzeptieren: Im Gesetz ist genau festgelegt, inwiefern dem individuellen Wunsch des Patienten nach einer bestimmten Klinik Rechnung getragen werden muss. weiterlesen

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Schleimbeutelentzündung der Hüfte

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Therapie: Thermo-Koagulation nach Dr. Siedow

Durch Entzündungen der Schleimbeutel oder Muskulatur des großen Rollhügels kann es zu (chronischen) einseitigen Hüftschmerzen kommen. Der Orthopäde Dr. Dr. med. Uwe B. Siedow aus Ottobrunn nutzt in Fällen, in denen konservative Behandlungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse mehr bringen, die eigens von ihm entwickelte Thermo-Koagulation. weiterlesen

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Schonend und ästhetisch mit Bikinischnitt 

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Minimalinvasiver Gelenkersatz an der Hüfte

Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland. Er gibt vielen von Arthroseschmerzen Geplagten ein Stück Lebensqualität wieder. Ein wichtiger Schritt dahin ist es aber auch, nach der Operation möglichst schnell wieder „auf die Beine“ zu kommen. Denn je länger Immobilität besteht, desto schwächer wird die Muskulatur. Dr. Manfred Krieger von der Chirurgie/Orthopädie Rhein-Main in Wiesbaden operiert daher in so vielen Fällen wie möglich minimalinvasiv, mit kleineren Schnitten und wenig bis keiner Muskeltraumatisierung. Zu diesen Zugängen gehört auch der schonende „Bikinischnitt“, worüber er im Gespräch mit ORTHOpress berichtet. weiterlesen

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Rapid Recovery

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Bestmögliche Ergebnisse nach wenig traumatisierender Operation 

Vorbei die Zeiten, in denen man nach einer Hüftgelenks-OP erst langsam wieder laufen lernen musste. Heute stehen die Patienten bereits kurz nach dem Eingriff auf und können häufig noch am selben Tag voll belasten, denn Schmerzen haben sie auch ohne starke Medikamente praktisch nicht. Verantwortlich dafür ist eine ausgeklügelte Kombination aus muskelschonender OP und den Prinzipien des Rapid Recovery Programms, wie Dr. Manfred Krieger von der Chirurgie Rhein-Main in Wiesbaden erläutert. weiterlesen

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Hüfte ist nicht gleich Hüfte

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Minimalinvasiver Gelenkersatz mit dem YALE-Zugang

Der Einsatz eines neuen Hüftgelenks zählt in Deutschland zu den häufigsten Eingriffen überhaupt. Typischerweise erfolgt der Eingriff durch einen seitlichen oder hinteren Zugang. Die Methode ist seit Jahrzehnten bewährt, aber durchaus nicht immer problemlos. Längst sind nicht alle Patienten nach der OP wieder so schnell auf den Beinen, wie dies wünschenswert wäre, und manchmal bleiben gar deutliche Einschränkungen zurück. Mit dem minimal-invasiven YALE-Zugang sollen jetzt Komplikationen vermieden und die Traumatisierung möglichst gering gehalten werden, erläutert im Gespräch mit ORTHOpress Dr. Robert Kipping, der zusammen mit seinen Kollegen Dr. Konrad Scheuerer und Dr. Ulrich Pfleghar die Orthopädische Praxisklinik Gräfelfing führt. weiterlesen

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Schmerzen im Bereich der Hüfte stoppen

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Mit der Thermo-Koagulation nach Dr. Siedow (TKS)

Eine Schleimbeutelentzündung am großen Rollhügel der Hüfte ist häufig für chronischen Hüftschmerz verantwortlich. Können die Symptome, die bis zu Schmerzen im Ruhezustand reichen können, nicht konservativ gelindert werden, behandelt der Orthopäde Dr. Dr. med. Uwe B. Siedow aus Ottobrunn mit der von ihm entwickelten Thermo-Koagulation.  weiterlesen

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Schmerzfrei trotz Arthrose

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Wieder einsatzbereit in Nigeria 

Arthrosebedingte Hüftschmerzen plagten den nigerianischen Priester Boniface Amu schon lange. Als sie so schlimm wurden, dass sie die Arbeit an seinem Schulprojekt in Nigeria beeinträchtigten, suchte er während eines Deutschlandbesuchs verschiedene Ärzte auf. Schmerzfreiheit brachte erst die Behandlung durch die MBST-KernspinResonanzTherapie in der orthopädischen Facharztpraxis Schepers in Köln-Weiden.

Boniface Amu arbeitet als Priester in Nigeria ehrenamtlich daran, Kindern aus den ärmsten Familien sowohl eine schulische Ausbildung als auch regelmäßige Ernährung zukommen zu lassen. Das von ihm gegründete Schulprojekt Enyiduru („sanfter Elefant“) startete vor 19 Jahren mit nur einem Kind und zählt mittlerweile 413 Kinder, die in der eigens gegründeten Schule versorgt werden.

Doch ein früherer Bruch im Sprunggelenk aus den 80er-Jahren, der nicht richtig zusammengeheilt war, erschwerte ihm seine Arbeit zunehmend. Als Folge kamen durch die jahrelange Fehlbelastung Beschwerden an der rechten Hüfte hinzu. Dort hatte sich eine Arthrose entwickelt. „Seit ca. 30 Jahren hatte ich jeden Tag Hüftschmerzen. Im November 2013 wurden sie so stark, dass ich nicht mehr weiterwusste. In Nigeria suchte ich einen Arzt auf, der mich röntgte und mir Schmerzmittel gab.“ Seine Beschwerden ließen sich damit aber nicht in den Griff bekommen. „Ich konnte nicht mehr liegen oder sitzen. Radfahren war nicht mehr möglich und zum Autofahren habe ich mir ein dickes Buch unter das Gesäß legen müssen“, berichtet er.

Schmerzfrei durch KernspinResonanzTherapie 

Bei seinem Deutschlandbesuch im letzten Oktober ließ sich Boniface Amu dann nochmals untersuchen. Nach der Diagnose Ischialgie erfolgte eine neue Medikation. Aber auch diese konnte nur bedingt Linderung bringen. Eine Operation wurde dann unerwartet notwendig, als er sich drei Tage vor seiner Heimreise den vorgeschädigten Fuß brach. Dadurch kam zutage, wie stark die Fehlstellung durch die alte Fraktur war.

Paul Schepers erklärt: „Die Kollegen in Kaiserswerth fanden bei der OP starke Verwachsungen vor und äußerten, dass der Fuß möglicherweise viel später nicht mehr hätte gerettet werden können. Die erneute Fraktur war dann sozusagen ,Glück im Unglück‘. Das Sprunggelenk wurde versteift, und mit einem speziellen orthopädischen Schuh konnte er den Fuß nach der OP an Gehstützen wieder belasten. Aber seine Hüftschmerzen waren weiterhin vorhanden. Leider verheilte der Knochen nach der Versteifungs-OP nicht so schnell wie gehofft, und Boniface Amu kam damit und mit den immer noch bestehenden Hüftschmerzen in meine Praxis. Wir behandelten dann beide Problemzonen mit der MBST-KernspinResonanzTherapie. Diese Therapie wirkt ursächlich, indem die Signalgebung der Körperzellen durch ein elektromagnetisches Feld positiv beeinflusst wird, was die eigenen Selbstheilungskräfte des Knorpels bzw. Knochens aktiviert. Der Patient liegt oder sitzt bequem, und der betroffene Körperteil wird in einer speziellen Spule platziert. Diese erzeugt entsprechend der Erkrankung die Kernspinfelder in einer bestimmten Frequenz. Im Falle von Boniface Amu verwendeten wir zwei Geräte gleichzeitig. Für die Hüfte eine große und für den Fuß eine kleinere Spule mit jeweils anderen Programmierungen. Insgesamt neun Sitzungen führten wir im letzten Jahr erfolgreich durch und nun ist er nochmals zur Auffrischung bei uns.“

Bereits nach der dritten Sitzung verspürte Boniface Amu damals eine Verbesserung. Seit dem Abschluss der Therapie nimmt er keine Schmerzmedikamente mehr und konnte mit vollem Elan zurückkehren. „Seit so langer Zeit war ich nicht mehr ohne Schmerzen, dass ich ganz vergessen hatte, wie es sich anfühlt“, sagt er. Nun kann er schmerzfrei in Nigeria seiner Bestimmung folgen und auch in Zukunft Kindern eine Perspektive geben.

Weitere Informationen zum Enyiduru-Projekt Nigeria e. V. finden Sie unter www.enyiduru.de

aus ORTHOpress 3-2015

Weitere Informationen:

Arthrose- und Osteoporose-Zentrum

Paul Schepers
Facharztpraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

Goethestr. 43

50858 Köln

Tel.: 02234 / 200 27 60
www.praxis-schepers.de

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Ausgabe 4/2017

In dieser Ausgabe ORTHOpress behandeln wir unter Anderem folgende Themen:

– Serie: Alterspezifischer Schmerz
– Schulter: Kalk und Frost
– Unklarer Hüftschmerz
– Knietraumata
– Ischias oder Bandscheibe?
– Was ist Ergotherapie?
– Fußheberparese
– Herzinsuffizienz
– Was verät der Blick ins Auge?
– Narben und Narbenpflege
– Kinderrücken

– und viele weitere spannende Themen

 

 

Leseprobe aus der aktuellen Ausgabe:

KNIEGELENKSTRAUMA

Ein Schaden mit Folgen

Eine Kniegelenksverletzung ist eine ernstzunehmende Verletzung, die oft eine langwierige Rekonvaleszenzzeit nach sich zieht und unter Umständen zu Verschleiß- und Folgeerscheinungen führen kann. Diese machen sich oft erst Jahre später bemerkbar.
Deshalb ist es ratsam, sich mit einem Knietrauma in die Hände eines Kniespezialisten zu begeben. Nur ein erfahrener Arzt kann abschätzen, welche die individuell richtige Behandlung ist und welche Option – konservativ oder operativ – am Ende langfristig das bessere Ergebnis liefert.

Kreuzbandriss
Eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zählt zu den häufigsten Knieverletzungen überhaupt. Die meisten Kreuzbandrisse ereignen sich beim Sport, vor allem bei Sportarten, bei denen die Füße fixiert sind, z. B. beim Ski- oder Snowboardfahren sowie beim Fußballspielen in Stollenschuhen. Verdreht sich das Bein, wird das Kreuzband überdehnt und kann an- oder komplett durchreißen. Das vordere Kreuzband spielt, gemeinsam mit dem hinteren Kreuzband sowie dem Innen- und dem Außenband, eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Kniegelenks. Das vordere  Kreuzband reißt wesentlich häufiger als das hintere. Häufig tritt ein Kreuzbandriss nicht isoliert, sondern in Kombination mit anderen Verletzungen der Kniestrukturen auf. Sind gleichzeitig der Innenmeniskus, das Innenband (inneres Seitenband) und das vordere Kreuzband gerissen, spricht man auch von der „unhappy triad“ (unglücklichen Drei). Bei Kindern kann – häufiger als bei Erwachsenen – das Kreuzband auch knöchern ausreißen, was bedeutet, dass ein Stück Knochen an der Stelle ausreißt, an der das Kreuzband entspringt. 

Der vollständige Artikel, sowie zahlreiche weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe, die ab jetzt auch in Ihrer Nähe ausliegt.
Das gesamte ORTHOpress-Team wünscht Ihnen viel Freude beim Lesen.

 


Liebe Leserin, lieber Leser,

hier können Sie ORTHOpress® im Original-Layout am Bildschirm lesen – und zwar einfach und bequem, ohne vorher eine Datei oder ein spezielles Betrachtungsprogramm herunterladen zu müssen. Klicken Sie dazu die gewünschte Regionalausgabe an, um sie in der blätterbaren Ansicht zu öffnen.

Köln-Bonn-Aachen

Rhein-Main

Süd

Nord

Nordost

Südwest

Ruhrgebiet

Mitte

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Das Zentrum für den Bewegungsapparat Krankenhaus St. Josef Wuppertal

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Optimale Versorgung von Schulter, Hüfte und Knie

Vor gut einem Jahr wurde das Krankenhaus St. Josef in Wuppertal als eines der ersten Häuser in Nordrhein-Westfalen als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Orthopress sprach mit dem Chefarzt und Leiter des Endoprothetikzentrums Wuppertal, Dr. Wolfgang Cordier, über die Bedeutung der Zertifizierung und die Möglichkeiten der modernen Gelenkchirurgie. 

Herr Dr. Cordier, „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“ klingt ja zunächst einmal nach einer Vielzahl von Eingriffen. Dabei hört man in letzter Zeit ja oft, dass auch bei uns zu viel operiert werde. Wie passt das zusammen?

Dr. Cordier: Wenn man in einem bestimmten Bereich qualitativ eine überdurchschnittliche Leistung bieten möchte, dann muss man diese auch entsprechend routiniert erbringen. Nur so kann man den notwendigen Erfahrungsschatz als operatives überregionales Zentrum aufbauen, der etwa die Führung des entsprechenden Nachweises im Rahmen des Zertifizierungsprozesses erlaubt. Wir versorgen hier in Wuppertal jährlich etwa 1.000 Patienten mit Hüft-, Knie- und Schultergelenksendoprothesen. Diese große Routine in allen Abläufen kommt der Qualität der endoprothetischen Eingriffe und damit der Sicherheit unserer Patienten messbar zugute. Darüber hinaus ist es tatsächlich so, dass in den letzten zwei Jahren in Deutschland die Anzahl der implantierten Hüft- und Knieendoprothesen rückläufig ist. Wir legen besonderen Wert darauf, alle gelenkerhaltenden Maßnahmen auszuschöpfen, denn Gelenkerhalt geht vor Gelenkersatz.

Worin bestehen diese, und wie kann man erkennen, ob eine Prothese benötigt wird oder nicht?

Dr. Cordier: Ob eine endoprothetische Versorgung notwendig ist oder nicht, hängt vom Grad des Verschleißes ab. Häufig sind nur bestimmte Bereiche des Gelenkknorpels abgenutzt, besonders bei Patienten mit Kniearthrose durch ausgeprägte Fehlstellungen, also X- oder O-Beine. In vielen Fällen können wir dann mit einer Begradigung der Beinachse dafür sorgen, dass die bislang stark belasteten Bereiche des Gelenks entlastet werden und die Arthrose weniger schnell fortschreitet. Durch eine solche Umstellungsosteotomie kann der Einsatz einer Knieprothese hinausgezögert und manchmal sogar gänzlich vermieden werden. Einen ganz ähnlichen Eingriff führen wir als eines der wenigen hochspezialisierten Gelenkzentren in Europa auch an der Hüfte durch. Bei der 3-fach-Beckenosteotomie wird das Hüftpfannendach operativ so umgestellt, dass eine mangelhafte Überdachung des Hüftkopfes korrigiert wird. Eine solche unerkannte oder unbehandelte Hüftdysplasie gilt heute als eine der Hauptursachen für eine Hüftarthrose und den späteren Einsatz einer Hüftprothese. Mit diesem Eingriff können wir viele Hüftprothesen langfristig verhindern. Natürlich beherrschen wir neben diesen die Fehlstellungen korrigierenden Eingriffen auch alle minimal-invasiven Techniken wie den vorderen minimalinvasiven Hüftzugang zur Behebung eines Hüftimpingements sowie verschiedene weitere muskelschonende OP-Techniken zum Protheseneinbau.

Röntgenbild nach beidseitiger dreifacher Beckenosteotomie bei Hüftdysplasie mit jetzt vollständiger Überdachung der Hüftköpfe (s. a.: www.dr-cordier.de).

Wenn doch einmal eine Prothese eingesetzt werden muss, welche würden Sie Ihren Patienten empfehlen?

Dr. Cordier: Die „beste“ Prothese gibt es nicht, da immer auf die individuelle Situation des Patienten abgestellt werden muss. Dies umfasst dabei nicht nur das Ausmaß der Erkrankung und seinen Allgemeinzustand und sein Alter, sondern auch die persönlichen Ansprüche an die Mobilität: Nicht jeder Prothesenempfänger muss unter allen Umständen wieder Leistungssport mit vollem Bewegungsumfang treiben können, wünscht sich aber vielleicht eine hohe Stabilität des Gelenkersatzes. Die Qualität der Versorgung hängt daher letztlich nicht von einem bestimmten Prothesenmodell ab, sondern von der Erfahrung und dem Können des orthopädischen Chirurgen sowie den technischen Möglichkeiten, die zur Durchführung des Eingriffs gegeben sind. Hier verfügen wir als überregionaler Schwerpunktversorger über modernste Implantate und Instrumente, die eine optimale Positionierung der Prothesenkomponenten bei kleinstmöglicher Muskeltraumatisierung an Hüfte und Knie erlauben.

Herr Dr. Cordier, haben Sie vielen

Dank für das Gespräch!

Auch Dr. Theodor Patsalis ist Chefarzt am Zentrum für den Bewegungsapparat St. Josef in Wuppertal. Der Leiter der Klinik für Orthopädische Rheumatologie und Handchirurgie ist ausgewiesener Spezialist für Schulter- und Ellenbogenchirurgie; seine Abteilung wurde als Ausbildungszentrum für diesen Bereich ausgezeichnet. Er erläutert, warum ein funktionierendes Schultergelenk so wichtig ist und was die moderne Medizin für seinen Erhalt tun kann.

Herr Dr. Patsalis, warum nimmt das Schultergelenk innerhalb des Bewegungsapparates eine so wichtige Stellung ein?

Dr. Patsalis: Kein anderes Gelenk hat einen solchen Bewegungsumfang wie die Schulter. Wir können unsere Arme in einem Radius von nahezu 180° bewegen – ein Bewegungsumfang, den wir auch tatsächlich nutzen. Ohne ihn könnten wir uns nicht einmal die Haare kämmen. Dieses Bewegungswunder ist dabei das Ergebnis einer genialen Anatomie: Eine relativ große Kugel, der Oberarmkopf, balanciert auf einer flachen, leicht konkaven Oberfläche, der Pfanne. Im Prinzip nicht unähnlich dem Hüftgelenk, allerdings mit einem großen Unterschied: Während der Hüftkopf fest von der Pfanne umschlossen wird, bezieht das Schultergelenk seine Stabilität aus einem komplizierten Weichteilmantel. Dieser ist aber leider nicht nur für die Funktion, sondern gleichzeitig auch für zahlreiche Probleme verantwortlich. Ist dieser Weichteilmantel nämlich verletzt, so muss er schnellstens repariert werden, um Folgeschäden am Gelenk – insbesondere eine Gelenkarthrose – zu vermeiden.

Welche Schäden sind es, die am häufigsten auftreten?

Dr. Patsalis: Das Schultergelenk kugelt beispielsweise am häufigsten infolge einer Verletzung aus. Dabei wird häufig die Gelenklippe beschädigt – sie muss schnell versorgt werden, um eine Instabilität zu vermeiden. Die meisten Schulterprobleme entstehen durch einen altersbedingten Verschleiß und Rissbildung in der großen Sehnenplatte (Rotatorenmanschette) oder auch Kalkablagerungen. Leitsymptom eines Rotatorenmanschettenschadens ist das sogenannte Impingementsyndrom, das heißt eine schmerzhafte Enge unter dem Schulterdach, hervorgerufen entweder durch Kalkeinlagerung, eine Schleimbeutelentzündung oder auch knöcherne Anbauten. Wichtig ist, solche Schmerzen buchstäblich nicht „auf die leichte Schulter“ zu nehmen, denn auch kleine Sehnenrisse können sich schnell massiv vergrößern und zu erheblichem Funktionsverlust führen. Glücklicherweise sind wir heute in der Lage, anhand der modernen Bildgebung sicher entscheiden zu können, ob eine konservative Behandlung noch Erfolg verspricht, oder ob ein operativer Eingriff angezeigt ist. Mittels arthroskopischer Techniken können wir dabei heute eine Vielzahl von Erkrankungen optimal versorgen und die Funktion der Schulter erhalten sowie eine Arthrose nach Möglichkeit verhindern.

Schulterprothese der letzten Generation: Das künstliche Gelenk wird mit minimaler Knochenresektion in die Kopfkalotte implantiert. Damit gelingt die akkurate Wiederherstellung der Anatomie, was für eine optimale Funktion sorgt.

Wenn der Gelenkknorpel aber dennoch versagt – wie sieht die Behandlung aus?

Dr. Patsalis: Auch das Schultergelenk kann durch eine Prothese ersetzt werden – auch wenn dies durch die insgesamt geringeren Fallzahlen nicht so bekannt ist. Tatsächlich führen wir sehr viele Eingriffe dieser Art durch und verfügen daher mit über die größte Erfahrung in Deutschland. Höchstes Gebot in der Schulterendoprothetik ist die akkurate Wiederherstellung der Anatomie. Aufgrund der oft erheblichen Defekte ist deshalb eine detaillierte Planung erforderlich. Wir verwenden daher individuelle, nach CT erstellte Schablonen für die Schnittführung, mit denen das Kunstgelenk absolut präzise implantiert werden kann. Auch bei sehr starken Schäden des umgebenden Weichteilmantels und des Gelenks können wir übrigens heute mit den inversen Prothesen eine zufriedenstellende Schulterfunktion erreichen: Dabei werden Kugel und Pfanne quasi vertauscht, sodass allein der Deltamuskel zum Anheben des Arms ausreichend ist – ein großer Zugewinn für die Patienten, die noch vor wenigen Jahren den weitgehenden Funktionsverlust des Armes hätten in Kauf nehmen müssen.

Herr Dr. Patsalis, herzlichen Dank für die Ausführungen!

 

Weitere Informationen:

Klinik für Orthopädie und
spezielle orthopädische Chirurgie
Tel.: 0202 / 485 - 25 01
Ort.kh-josef@cellitinnen.de
Klinik für Orthopädische Rheumatologie
Tel.: 0202 / 485 - 21 01
Orh.kh-josef@cellitinnen.de